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Teil 1 Der Römischen Geschichte v.Chr.
21. 4. 753 v. Chr., Rom
Gründungsdatum nach dem Gelehrten Marcus Terentius Varro (116-27 v. Chr.). Archäologisch belegbar sind Siedlungen seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. Die eigentliche Stadt wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert v. Chr. durch die Etrusker gegründet.

509 v. Chr., Rom
Traditionell überliefertes Datum für die Vertreibung des letzten Etruskerkönigs Tarquinius Superbus. Rom wird Republik. Die jährlich wechselnden Konsuln führen den Staat und gehören noch ausschließlich dem Adel an. Der Senat besteht aus 300 Mitgliedern, die aus den angesehensten Familien kommen.

493 v. Chr., Rom
Der Überlieferung nach schließt der Stadtstaat mit den latinischen Städten den 1. Latinischen Bund („foedus cassianum”). Nominell sind die Mitglieder gleichberechtigt, aber faktisch besitzt Rom die Führungsrolle.

494 v. Chr., Rom
Beginn der Ständekämpfe: Die nichtaristokratische Bevölkerung („Plebejer”) fordert mehr Macht in der Adelsrepublik. Das Volkstribunat bildet sich heraus: Gewählte Vertreter der Plebs („Tribune”) vertreten die Interessen der unteren Schichten und sind unangreifbar („sakrosankt”). Die Auseinandersetzungen dauern etwa 200 Jahre.

367 v. Chr., Rom
Wohlhabende Plebejer werden zu Staatsämtern (Konsulat und Senatoren) zugelassen (licinisch-sextische Gesetze). Grundsätzlich sind die Standesschranken zwischen Patriziern und Plebejern zwar gefallen, denn Reichtum entscheidet nun über die Amtsvergabe und nicht mehr die Herkunft. Dennoch bildet sich schnell eine neue privilegierte Oberschicht, die Nobilität, die einem römischen Amtsadel gleichkommt.

348 v. Chr., Karthago/Rom
Ein Vertrag beider Mächte bringt Rom die Anerkennung seiner Herrschaft über Latium.

287 v. Chr., Rom
Nach mehr als 200 Jahren beendet die Lex Hortensia endgültig die Ständekämpfe: Sie gibt Beschlüssen der Volksversammlung uneingeschränkte Gültigkeit im römischen Herrschaftsbereich. Trotz der nominellen Gleichstellung von Plebejern und Patriziern bildet sich eine neue Nobilität des Geldadels. Die Volksversammlung wird wegen ihrer Aufwertung im politischen System für Demagogie anfällig. Umstritten ist, ob auch ein erstes Ackergesetz erlassen wird: Die Verteilung von erobertem Land (ager publicus: öffentliches Staatsland) an römische Bürger wird ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. zu einem der Kardinalprobleme der römischen Republik.

264 v. Chr., Mittelmeer
1. Punischer Krieg zwischen Karthago und Rom bricht aus (bis 241 v. Chr.): Hintergrund ist die Rivalität zwischem dem das westliche Mittelmeer beherrschenden Karthago und der aufstrebenden Landmacht Rom. Anlass ist ein Hilferuf der griechischen Stadt Messina an Rom und Karthago gegen Hieron II., den König von Syrakus. Die Interessen beider Mächte kollidieren auf der Insel Sizilien miteinander, die einen ersten Hauptkriegsschauplatz bildet.

2. 8. 216 v. Chr., Italien
In der Schlacht von Cannae gelingt dem karthagischen Feldherrn Hannibal sein größter Sieg: Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit, umfasst seine Reiterei das 80 000 Mann starke römische Heer und reibt es auf. Angeblich sollen 50 000 Soldaten bei dieser bisher schwersten Niederlage in der Geschichte Roms fallen. Capua, die Samniten, Lukaner und Bruttier fallen von Rom ab.

22. 6. 168 v. Chr., Makedonien/Rom
In der Schlacht bei Pydna unterliegt der Makedonenkönig Perseus entscheidend den römischen Legionen. Perseus wird gefangen genommen und muss 167 v. Chr. den Frieden von Samothrace schließen: das Königreich wird beseitigt, Makedonien in vier Gebiete geteilt.

146 v. Chr., Karthago/Rom
Unter Führung von Publius Cornelius Scipio Aemilianus erobert Rom die Stadt Karthago, die dem Erdboden gleichgemacht wird. Der 3. Punische Krieg (seit 149 v. Chr.) ist beendet. 50 000 Überlebende werden in die Sklaverei verkauft. Rom gründet auf dem karthagischen Territorium die Provinz Africa.

133 v. Chr., Spanien
Mit der Einnahme Numantias fällt das Zentrum des keltischen Widerstandes gegen die römische Herrschaft und Expansion auf der Iberischen Halbinsel.

133 v. Chr., Rom
Tiberius Gracchus wird zum Volkstribun gewählt. Er bringt ein Ackergesetz ein, das die Größe des Großgrundbesitzes zugunsten einer Landverteilung an die Besitzlosen beschneidet. Zur Finanzierung soll das pergamonische Erbe verwendet werden. Konkreter Anlass ist der Rückgang der Bauern, die als Rekrutierungsbasis des römischen Militärs dienen. Eigentlicher Hintergrund ist jedoch ein Machtkampf verschiedener Adelscliquen: Die Popularen streben über das Volkstribunat eine Machtstärkung gegenüber den Optimaten an, die den Senat beherrschen. So stammt Tiberius Gracchus aus einer angesehen Familie der Nobilität, doch ist seine persönliche Karriere aufgrund von Niederlagen in Spanien während seiner militärischen Dienstzeit gefährdet: Das Volkstribunat und sein populäres Ackergesetz sollen ihm dennoch einen raschen Aufstieg ermöglichen.

30. 7. 101 v. Chr., Italien/Rom
In der Schlacht auf dem Raudischen Feld bei Vercellae vernichtet Gaius Marius mit seinem römischen Heer die Streitmacht der Kimbern. Die „Germanengefahr” ist gebannt. Marius wird als „dritter Gründer Roms” gefeiert und zum sechsten Mal zum Konsul gewählt. Er steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Politische Fragen drängen sich aber schnell auf, da der Feldherr Catulus ihm den Sieg streitig macht. Der sich anbahnende Konflikt mit der konservativen Senatorenschicht wird noch einmal gebannt: Catulus und Marius halten gemeinsam den Triumphzug ab.

91 v. Chr., Italien/Rom
Der Bundesgenossenkrieg bricht aus (bis 89 v. Chr.): Der Volkstribun Marcus Livius Drusus, der sich für die Verleihung des Bürgerrechts an die Bundesgenossen einsetzt, wird von Unbekannten ermordet. Er hatte populäre Forderungen der Gracchen-Brüder (133 und 123-121 v. Chr.) erneuert und war auf den Widerstand des Senats gestoßen. Die Bundesgenossen sehen in seiner Ermordung einen Affront gegen ihre Forderung nach dem Bürgerrecht. Zwar entsendet Rom Gesandte in die Städte Italiens, als aber einer von ihnen in Asculum ermordet wird, kommt es zum Krieg Roms gegen die Bundesgenossen, die Corfinium als „Italia” vorübergehend zu ihrer Hauptstadt erheben.

82 v. Chr., Rom
Entscheidung im römischen Bürgerkrieg (seit 88/87 v. Chr.): In der Schlacht am Collinischen Tor besiegt Sulla die in Rom herrschende Popularen-Clique. Er lässt sich vom Senat zum Diktator ernennen („dictator legibus scribundis et rei publicae constituendae”) und etabliert die konservative Nobilität (Optimaten) erneut als herrschende Schicht. Seine Gegner läßt er grausam verfolgen und hinrichen (ca. 4700 Menschen). In Proskriptionslisten wird fest gehalten, wer mit den Popularen konspiriert hat, um die Kollaborateure ächten und töten zu lassen - bei Senatoren sind auch Kinder und Enkel mitbetroffen. Die Sklaven der Popularen werden freigelassen und von Sulla adoptiert (10 000 Menschen, die seinen Namen „Cornelius” annehmen). Um Siedlungsland für seine 100 000 Veteranen zu gewinnen, befiehlt Sulla die Verwüstung ganzer angeblich „abtrünniger” Ortschaften und die Vertreibung der Bevölkerung.

46 v. Chr., Rom
Iulius Caesar reformiert den römischen Kalender und ersetzt ihn durch den nach ihm benannten und zum Teil bis ins 20. Jahrhundert gültigen julianischen Kalender. Daneben führt er die Goldwährung ein und verleiht den Bewohnern der Gallia cisalpina das römische Bürgerrecht.

15. 3. 44 v. Chr., Rom
Eine Clique aus rund 60 Senatsangehörigen erdolcht den Diktator Iulius Caesar (seit 45 v. Chr.). Vorgeblich wollen sie die Republik retten, doch spielen wahrscheinlich eigene Machtinteressen der Verschwörer (besonders Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus) die entscheidende Rolle.

2. 9. 31 v. Chr., Griechenland
In der Seeschlacht bei Actium am Ambrakanischen Golf im westlichen Mittelgriechenland besiegt Marcus Vipsanius Agrippa, der Feldherr des Octavian, die Flotte der ägyptischen Königin Kleopatra VII., die die Ehefrau des Antonius ist. Der Bürgerkrieg zwischen Octavian und Antonius ist praktisch entschieden. Die römische Republik wird durch seine Alleinherrschaft ersetzt, wenn auch äußerlich beibehalten.

30 v. Chr., Ägypten
Ägypten wird römisch: Octavian erobert Alexandria, die Hauptstadt Ägyptens. Sein Gegenspieler Marcus Antonius, der in Ägypten Zuflucht gesucht hat, begeht daraufhin Selbstmord. Nach ergebnislosen Verhandlungen mit Octavian begeht auch die ägyptische Königin Kleopatra VII. Selbstmord. Kleopatra herrschte seit 51 über Ägypten, zunächst gemeinsam mit ihrem Bruder und Ehemann Ptolemaios XIII. Nach dessen Tod wurde sie vertrieben, es gelang ihr jedoch, in Syrien eine Armee aufzustellen und mit der Unterstützung Caesars, dessen Geliebte sie war, den Thron zurückzugewinnen. 41 ging sie eine Verbindung mit Marcus Antonius ein, den sie 37 heiratete.
Ägypten wird nun als Dominatland (eine Art Krongut) von Octavian eingezogen und der Verwaltung eines Präfekten unterstellt (römische Provinz bis 642). Octavian ist faktisch Alleinherrscher in Rom.    

16. 1. 27 v. Chr., Rom
Beginn des Prinzipats: Octavian lässt sich vom Senat unter dem Ehrennamen „Imperator Caesar Augustus” dazu bewegen, das Prinzipat anzunehmen (Herrschaft des ersten Bürgers, princeps). Auf einem goldenen Schild sind seine vier Kardinaltugenden verzeichnet: Virtus, clementia, iustitia, pietas (Tapferkeit, Milde, Gerechtigkeit, Frömmigkeit). Innenpolitisch stützt sich die Macht von Augustus auf das Konsulat, außenpolitisch werden ihm umfassende Vollmachten übertragen. Die republikanischen Formen (Senat, Konsulat, Tribunat) behält Augustus trotz seiner dominierenden Stellung (ab 23 v. Chr. Oberbefehl über das Heer, Leiter der Außenpolitik, Verwaltung der von den senatorisch getrennten kaiserlichen Provinzen) ausdrücklich bei. In den folgenden Jahren wird die knapp 500 Jahre gültige republikanische Verfassung aber allmählich in ein monarchisches Regiment umgewandelt.



Teil 2 Der Römischen Geschichte n.Chr.
Herbst 9, Germanien
Schlacht im Teutoburger Wald: Der Cheruskerfürst Arminius vernichtet in der Schlacht im Teutoburger Wald drei römische Legionen unter dem Feldherrn Publius Quinctilius Varus. Etwa 25 000 Römer fallen, Varus begeht Selbstmord. Der Versuch, das Gebiet nördlich der Donau und östlich des Rheins als Provinz dem Römischen Reich anzugliedern, ist gescheitert. Die Römer geben daraufhin Germanien östlich des Rheins auf. Im Jahr 10 übernimmt Tiberius erneut das Kommando am Rhein. Germanien wird in die Militärbereiche Unter- und Obergermanien eingeteilt.

19. 8. 14, Italien
Tod des Kaisers Augustus (* 23. 9. 63 v. Chr.) in Nola bei Neapel. Der Todesmonat wird nach ihm benannt (August). Neuer römischer Kaiser wird sein Stiefsohn und designierter Nachfolger Tiberius (bis 37). Seine Macht beruht vor allem auf seinem Heer und dem Senat in Rom.

30, Judäa
Jesus stirbt am Kreuz: Am Vorabend des jüdischen Passah-Festes wird Jesus von Nazareth vor den Toren Jerusalems gekreuzigt. Schon seit langem trachten die Hohepriester und Schriftgelehrten danach, Jesus, der mit seinen zwölf Jüngern durch das Land zog und predigte, zu vernichten. Sie befürchteten, das Volk könnte sich vom rechten Glauben abwenden und dem neuen Lehrer folgen. In Jerusalem, wo Jesus mit seinen Jüngern das Passah-Fest feiern will, wird er wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt.

18./19. 7. 64, Rom
Rom in Flammen: Rom wird durch einen dreitägigen Brand weit gehend vernichtet; großzügiger Wiederaufbau mit Stein- statt Holzgebäuden. Kaiser Nero gibt der bis dahin wenig bekannten Christensekte die Schuld an der Feuerkatastrophe. Daraufhin setzt die erste Christenverfolgung in Rom ein.

21. 12. 69, Rom
Titus Flavius Vespasianus zieht in Rom ein und wird vom Senat als Kaiser anerkannt. Vorausgegangen sind tagelange blutige Strassenkämpfe zwischen den Anhängern des Vitellius und Vespasians, in deren Verlauf zunächst der Bruder Vespasians und schließlich Vitellius getötet wurden. Nach dem Ende der julisch-claudischen Dynastie mit dem Tod Neros (68) begründet Vespasian (Herrschaft bis 79) nun die Dynastie der Flavier (bis 96).

24. 8. 79, Italien
Durch einen Ausbruch des Vesuv werden die Städte Pompeji und Herculaneum zerstört. Die Katastrophe kommt völlig unerwartet. Das nach einem Erdbeben im Jahr 63 noch nicht wieder ganz aufgebaute Pompeji wird unter einer meterdicken Lava- und Ascheschicht begraben. Nur wenige der 20 000 Einwohner können sich retten.
 
85, Germanien
Anfänge des Limes: Kaiser Domitian stößt über den Rhein bei Mainz gegen die Chatten vor; Baubeginn des Limes als rechtsrheinische Grenzbefestigung zwischen Donau und Rhein. Der von vier Legionen bewachte Limes stellt für die germanischen Stämme, die auf der Suche nach neuem Siedlungsland nach Süden ziehen, ein nahezu unüberwindliches Hindernis dar. Von den Festungen aus können die Römer sämtliche Straßenverbindungen ins römische Hinterland, die Nebenflüsse des Rheins und die Vormarschwege kontrollieren. Der Limes stellt in Europa die erste befestigte Grenze in einem modernen Sinn dar.

27. 1. 98, Rom
Nach dem Tod Kaiser Nervas übernimmt Traian, der Statthalter von Obergermanien, in Köln die Herrschaft als römischer Kaiser (bis 117). Der bei Amtsantritt bereits betagte Nerva hatte Traian am 27. 10. 97 angesichts eines drohenden Prätorianeraufstandes adoptiert. Eine Reihe sog. Adoptivkaiser löst nun die dynastische Erbfolge ab (bis 180). Unter Traian, dem ersten Kaiser provinzialrömischer Herkunft, erreicht das Imperium Romanum seine größte Ausdehnung.

212, Römisches Reich
Durch die Constitutio Antoniniana gewährt Kaiser Caracalla allen Freigeborenen im Reich das römische Bürgerrecht; Abschluss des politischen Nivellierungsprozesses.

19./22. 3. 235, Rom
Kaiser Severus Alexander wird in Mainz von Soldaten erschlagen. Sie rufen Maximinus Thrax zum neuen Kaiser aus. Die nun folgenden raschen Kaiserwechsel (oft mit Gegenkaisern) und bürgerkriegsähnliche Unruhen erleichtern Einfälle von außen.

256-267, Römisches Reich
Unter den Kaisern Valerian und Gallienus (Sohn des Valerian und Mitregent für den Westen) kommt durch die erste Welle der Völkerwanderung die gesamte Nordostgrenze des Römerreichs in größte Gefahr: Die Franken überschreiten 256 den Rhein, die Alemannen dringen bis Mailand vor, die Goten bis nach Makedonien; Sachsen verheeren Gebiete an Nordsee- und Atlantikküste bis nach Spanien; Raubzüge der Seegoten vom Schwarzen Meer aus im nördlichen Kleinasien (263-265); die Heruler plündern 267 Athen, Korinth und Sparta; die Städte im Mittelmeerraum werden befestigt.

270, Römisches Reich
Nach dem Tod von Claudius II. Gothicus wird Lucius Domitius Aurelian römischer Kaiser (bis 275). Ihm glückt die Wiederherstellung der Reichseinheit. Der Sonnenkult wird 274 in Verbindung mit dem Kaiserkult Staatsreligion.

17. 11. 284, Römisches Reich
Nach der Ermordung von Kaiser Numerianus wird der Offizier Diokletian in Nikomedia von den Truppen zum Kaiser ausgerufen. Carinus, der Bruder und Mitkaiser von Numerianus, besiegt Diokletian im Herbst 285 in der Schlacht an der Margusmündung in Mösien, wird jedoch von seinen Truppen verraten und von einem Tribun getötet. Der römische Senat erkennt Diokletian als Kaiser an (bis 305).

1. 3. 293, Römisches Reich
Zur besseren Verteidigung bei den zunehmenden Grenzkriegen wird im Römischen Reich die Tetrarchie (Viererherrschaft) eingeführt: Den beiden Kaisern (Augusti) im Osten und im Westen stehen nun zwei Unterkaiser (Caesari) zur Seite, die gleichzeitig als Nachfolger im Kaiseramt vorgesehen sind. Jeder Tetrarch erhält eigene Herrschaftsbereiche. Kaiser Diokletian und sein Mitkaiser Maximianus adoptieren ihre Gardepräfekten Galerius Maximianus und Constantius I. Chlorus und ernennen sie zu Cäsaren. Constantius Chlorus erhält Gallien und macht Trier zu seiner Residenz und zum Verwaltungssitz der gallischen Präfektur. Trier wird zur Kaiserresidenz ausgebaut.

303, Römisches Reich
Unter Kaiser Diokletian kommt es zu einer großangelegten Christen- und Manichäer-Verfolgung - der letzten systematischen Christenverfolgung im Römischen Reich (bis 306 im Westen bzw. 311 im Osten des Reichs). Diokletian will die „Vätersitte” (mos maiorum) wiederherstellen, läßt Christen aus dem Staatsdienst entfernen, enteignet die Gemeinden und bestraft die Geistlichkeit. Es kommt zu zahlreichen Martyrien.

25. 7. 306, Britannien
Nach dem Tod des weströmischen Kaisers Constantius I. Chlorus wird dessen Sohn Konstantin I. in Eboracum (York) zum Kaiser ausgerufen. Er festigt seine Stellung in Britannien und Gallien und verstärkt die Armee. Am 28. 10. 306 lässt sich Maxentius, Sohn des früheren Kaisers Maximianus, in Rom seinerseits zum Kaiser ausrufen.

Februar 313, Römisches Reich
Toleranzedikt von Mailand: Kaiser Konstantin I. und sein Mitkaiser Licinius gewähren den Christen Religionsfreiheit und schaffen die alte römische Staatsreligion ab. Die Christenverfolgungen sind beendet, betroffene Christen erhalten ihre eingezogenen Güter zurück. Die Aufhebung der Staatsreligion bedeutet einen scharfen Bruch in der römischen Geschichte.
 
20. 5. 325, Kleinasien
Christliches Glaubensbekenntnis: Kaiser Konstantin I. eröffnet das Konzil von Nicäa, auf dem das arianische Christentum (Anhänger des Arius) verdammt und ein einheitliches Glaubensbekenntnis („Credo”) beschlossen wird. Auf dem Konzil wird auch der Osterfeststreit entschieden: Als Termin für das Auferstehungsfest gilt künftig der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

11. 5. 330, Römisches Reich
Konstantin I. weiht als neue Reichshauptstadt das alte Byzanz ein und benennt es in Konstantinopel um. Als christliche Stadt soll es den Gegensatz zum heidnischen Rom verdeutlichen, von wo zahlreiche Kunstschätze nach Konstantinopel gebracht werden, das als „neues Rom” (Nova Roma) gilt. Der Ort am Bosporus liegt sowohl für den Handel als auch für militärische Zwecke ideal und entwickelt sich in jeder Hinsicht zur Metropole.

11. 12. 361, Römisches Reich
Julian Alleinherrscher: Der 360 in Paris von seinen Soldaten zum Kaiser ausgerufene Julian marschiert in Konstantinopel ein. Zur Entscheidungsschlacht um die Kaiserwürde mit Constantius II. kam es nicht mehr wegen dessen Tod am 3. 11. Julian versuchte, die alten römischen Götter wiedereinzuführen und das Christentum zurückzudrängen, er erhält deshalb den Beinamen „Apostata” (der Abtrünnige). Die Restauration des Heidentums scheitert, weil Julian bereits am 26. 6. 363 im Kampf gegen die Sassaniden fällt.

375, Russland
Die Hunnen fallen nach ihrer Vertreibung aus China in Südrussland ein und vernichten das Ostgotenreich Ermanarichs. Die Zeit der großen Völkerwanderung beginnt (bis 568), deren Träger die Ostgermanen sind, die ihrerseits vor den Hunnen fliehen („germanische” Völkerwanderung).

9. 8. 378, Südosteuropa
Westgoten schlagen Kaiser Valens: Die Westgoten schlagen den oströmischen Kaiser Valens vernichtend bei Adrianopel. Sie hatten vor den nach Westen vordringenden Hunnen im Römischen Reich Schutz gesucht, waren aber nach vorübergehender Kooperation in Konflikt mit Rom geraten. Valens fällt im Kampf.

28. 2. 380, Römisches Reich
Theodosius I., der Große, nach dem Tod von Valens seit 379 Kaiser des Ostens, schreibt allen ihm untergebenen Völkern den christlichen Trinitätsglauben vor, und zwar in der Form, wie sie das Konzil von Nicäa 325 vorgesehen hat. Das Konzil von Konstantinopel bestätigt im Jahr 381 das Edikt von Theodosius und vollzieht faktisch die Errichtung der orthodoxen katholischen Staatskirche.

3. 2. 382, Thrakien
Die Westgoten, die bei ihrer Flucht vor der Expansion der Hunnen in das römische Reichsgebiet eindringen, werden nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen von Kaiser Theodosius I. als Föderaten (Verbündete) angesiedelt. Das vertraglich geregelte Föderatenverhältnis sichert den Germanen Autonomie auf römischem Boden zu: Die Stämme erhalten Steuerfreiheit, behalten ihre eigene Rechtsprechung und gelten nicht als römische Staatsbürger. Andererseits müssen sie für Rom Kriegsdienst leisten.

383, Britannien
Abzug von römischen Truppen aus Britannien; der Hadrianswall kann angesichts wiederholter Einfälle von Pikten und Skoten aus dem Norden nicht gehalten werden.

17. 1. 395, Römisches Reich
Nach dem Tod von Kaiser Theodosius I. wird das Reich unter den Söhnen Honorius und Arcadius in ein West- und ein Ostreich geteilt. Politisches Zentrum von Westrom wird Mailand, ab 404 Ravenna. Hauptstadt von Ostrom/Byzanz, das politisch und kulturell eigene Wege geht, bleibt Konstantinopel. Die Stadt Rom verliert weiter an Bedeutung.

24. 8. 410, Rom
Der Westgotenkönig Alarich I. erobert Rom und läßt die Stadt drei Tage lang plündern. Die Nachricht vom Fall Roms, dem Symbol der Weltherrschaft und Zentrum der christlichen Welt, löst im gesamten Römischen Reich Entsetzen und Panik aus. Die Niederlage Roms gilt den Zeitgenossen zugleich als Niederlage der Zivilisation gegen die Barbarei. Unter dem Eindruck der Katastrophe (Rom ist nicht mehr „heilige Stadt”) verfasst der afrikanische Bischof Augustinus (354-430) seine geschichtstheologische Abhandlung „Über den Gottesstaat”.

418, Gallien
Tolosanisches Westgotenreich: Der romfeindliche Westgotenkönig Wallia begründet das Tolosanische (Tolosa = Toulouse) Westgotenreich (im heutigen Südwestfrankreich) mit Hauptstadt Toulouse (bis 507).

Mai 429, Afrika
Germanenreich in Nordafrika: Der Wandalenkönig Geiserich (seit 428) setzt mit seinem 80 000 Menschen zählenden Volk über die Meerenge von Gibraltar nach Afrika über und erobert die römische Provinz Africa (431 Hippo Regius; 439 Karthago). Die Wandalen weichen damit gleichzeitig vor dem Druck der nach Spanien vordringenden Westgoten zurück. Römische Versuche, das germanische Volk wieder aus Afrika zu vertreiben, scheitern.

443, Burgunderreich
Nach der Zerstörung des Burgunderreiches um Worms (436) gründen die Burgunder zwischen Genfer See und Rhône ein neues Reich (bis 534). Zu diesem Zweck haben sie vom weströmischen Herrscher Aetius Land erhalten, auf dem sie als römische Verbündete siedeln.

20. 6. 451, Gallien
In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (Champagne) schlägt eine außergewöhnliche Allianz römischer, burgundischer, westgotischer und fränkischer Truppen unter Führung des römischen Reichsfeldherrn Aetius die Hunnen unter Attila zurück. Attila hatte Gallien angegriffen, nachdem ihm Kaiser Valentinian II. die geforderte Hälfte des weströmischen Reichsteils verweigerte. Zuvor hatten sich die Hunnen auf die Erpressung hoher Tributzahlungen Ostroms.

454, Osteuropa
Hunnenreich zerfällt: In der Schlacht an der Nedao besiegen das ostgermanische Volk der Gepiden unter Ardarich die Söhne des Hunnenkönigs Attila und begründen das Gepidenreich östlich der Donau. Das Hunnenreich fällt auseinander; die Hunnen werden vernichtet oder gehen in anderen Völkern auf.

2. 6. 455, Rom
Der Wandalenkönig Geiserich erobert kampflos Rom und lässt die Stadt 14 Tage lang systematisch plündern. Er wurde wahrscheinlich von Eudoxia zu Hilfe gerufen, der Witwe des am 16. 3. 455 ermordeten Kaisers Valentinian III. Papst Leo I. kann die Stadt vor Brandschatzung bewahren. Die Wandalen nehmen aber viele reiche und vornehme Römer gefangen, von deren Familien sie sich ein umfangreiches Lösegeld versprechen.

23. 8. 476, Rom
Endgültiges Ende für Westrom: Mit der Proklamation des Germanen Odoaker zum König durch das römische Heer, das überwiegend aus germanischen Söldnern besteht, wird in Rom erstmals eine germanische Herrschaft begründet. Anlass für die Absetzung des letzten Kaisers Romulus Augustulus war die schwierige finanzielle Lage Roms; das Heer, das nicht mehr besoldet werden konnte, meuterte. Der endgültige Zerfall Westroms ist besiegelt. Odoaker regiert bis 489 unumschränkt in Italien - unter Wahrung der politischen und religiösen Einrichtungen Roms. Der oströmische Kaiser Zenon erkennt Odoakers Herrschaft zunächst an, versucht jedoch mit Hilfe der Ostgoten, Odoaker zu vertreiben (493 Ostgotenreich in Italien).

486, Gallien
Der Merowingerkönig Chlodwig I. besiegt Syagrius, den weströmischen Statthalter des Gebiets um Soissons in Nordgallien und festigt seine Herrschaft in Gallien. Nach diesem Sieg, durch den die Grenze des zwischen Rhein und Somme gelegenen Frankenreichs der Merowinger bis an die Loire vorgeschoben wird, macht sich Chlodwig I. zum Alleinherrscher der Franken. Sein Reich gewinnt an Bedeutung, zumal Chlodwig den römischen Verwaltungsapparat übernimmt, die Städte bestehen lässt und mit dem Besitz vertriebener oder getöteter Grundherren die weitere Expansion des Frankenreiches finanziert.

15. 3. 493, Italien
Gründung des Ostgotenreichs: Der Ostgotenkönig Theoderich der Große erschlägt Odoaker, den germanischen (westgotischen) König in Italien, nur zehn Tage nach einem Friedensabkommen und begründet das Ostgotenreich mit der Hauptstadt Ravenna (Anerkennung durch Byzanz 497). Zur Verwaltung seines Herrschaftsgebietes zieht der neue Regent römische Staatsmänner und Gelehrte als Berater und Hofbeamte heran. Freundschaftliche Beziehungen zu den anderen Germanenstämmen versucht Theoderich durch eine entsprechende Heiratspolitik zu erreichen.

552, Byzanz/Ostgotenreich
Ende des Ostgotenreiches: Nach dem Abzug seines Feldherrn Belisar reagiert Kaiser Justinian I. auf die Krise in Italien mit der Entsendung einer riesigen Streitmacht unter Narses, der den Ostgotenkönig Totila in der Schlacht bei Busta Gallorum tötet und das Reich der Ostgoten (seit 493) endgültig zerschlägt (die letzten ostgotischen Kastelle in Samnium fallen 555). Italien befindet sich - ebenso wie seit 534 Nordafrika - wieder unter römischer Herrschaft. Byzanz kontrolliert nun auch wieder den westlichen Mittelmeerraum.

568, Italien
Langobardenreich in Norditalien: Die Langobarden unter König Alboin fallen, aus Osten kommend, in Italien ein und begründen ein Königreich in Oberitalien (Hauptstadt Pavia, 571 erobert). Byzanz kann nur noch die Gebiete Ravenna, Rom, Ligurien und Neapel halten.

30. 11. 722, Rom
Papst Gregor II. ernennt den angelsächsischen Mönch Bonifatius (eigentlich Winfrid) zum Missionsbischof. Bereits 719 war er mit der Missionierung Deutschlands beauftragt worden. Nun reist Bonifatius mit einem Schreiben an den fränkischen Hausmeier Karl Martell, gründet 724 das Kloster Fritzlar und 741/42 das Bistum Würzburg. 746 wird er erster Erzbischof von Mainz.

7. 1. 754, Rom/Frankenreich
Papst Stephan II. erbittet die Hilfe Pippins III., um Ravenna von den Langobarden zu befreien. Er salbt Pippin ein zweites Mal zum fränkischen König und erkennt im Vertrag von Quierzy (14. 4. 754) die Dynastie der Karolinger als rechtmäßige Frankenherrscher an. Außerdem verleiht er Pippin und seinen Söhnen den Titel „patricius Romanorum” (Schutzherr von Rom). Als Gegenleistung garantiert der König dem Papst den Besitzstand eines Kirchenstaates (Patrimonium Petri), zu dem neben dem Gebiet um Rom das ehemals byzantinische Exarchat Ravenna zählt (Krieg gegen die Langobarden bis 756). Diese Pippinische Schenkung begründet die Verbindung zwischen Papsttum und Frankenreich (später Kaisertum), die zu einem bestimmenden Faktor der abendländischen Politik wird.

25. 12. 800, Frankenreich
Papst Leo III. krönt in Rom Karl den Großen, König der Franken und Langobarden, zum römischen Kaiser. Leo III. vollendet damit seine Politik, den fränkischen Herrscher an das Papsttum zu binden, da das byzantinische Kaisertum wegen seiner momentanen Schwäche keinen hinreichenden Schutz mehr gegen äußere und innere Feinde leistet. Karl hat die Krönung wahrscheinlich nicht aktiv angestrebt, sieht sie jedoch als große Ehrung und betrachtet sich als Nachfolger des römischen Kaisers Konstantin I., des Großen. Gegenüber dem gekränkten Byzanz, das die Krönung als Usurpation interpretiert, versucht er sich rücksichtsvoll zu verhalten.

16. 7. 1054, Konstantinopel/Rom
Kardinalbischof Humbert von Silva Candida, der Gesandte des Papstes Leo IX., legt nach vergeblichen Verhandlungen zwischen Rom und Konstantinopel über die Einflussbereiche in Unteritalien und über theologische Fragen (Zölibat) die Bannbulle gegen den Patriarchen von Konstantinopel Michael Kerullarios auf den Altar der Hagia Sophia. Dies ist der Beginn des Morgenländischen Schismas, der Trennung der morgen- und abendländischen Kirche. Obwohl 1965 formell aufgehoben, dauert das Schisma de facto bis heute an. Die Trennung ist das Fazit eines jahrhundertelangen Konfliktes, in dem Machtfragen die dominierende Rolle spielten.

1309, Avignon/Rom
Papst Klemens V., selbst französischer Herkunft, weigert sich nach Rom zu ziehen und erklärt Avignon zu seiner Residenz. Die „Babylonische Gefangenschaft der Kirche” wird zum einen durch Wirren in Italien ausgelöst; zum anderen ist jedoch die Nähe des Papsttums zum französischen Kaiser, der die Kurie stark beeinflusst, entscheidend. Erst 1377 kehrt Gregor XI. nach Rom zurück.

1378, Rom/International
Nach dem Tod von Papst Gregor XI. setzen die Stadtrömer die Kardinäle unter Druck, keinen Franzosen zum Papst zu wählen. Tatsächlich besteigt mit Urban VI. ein Italiener den Heiligen Stuhl. Drei Monate später erklären die französischen Kardinäle die Wahl wegen der Beeinflussung für ungültig, wählen mit Papst Klemens VII. einen Franzosen zum Gegenpapst. Das Große Abendländische Schisma teilt Europa: Skandinavien, England, Portugal und Ungarn halten zu Urban VI.; Frankreich, Aragon, Kastilien und Schottland sowie Neapel erkennen Klemens VII. an. Die deutschen Fürsten sind uneinig. Die Auseinandersetzung dauert bis 1417 an.

29. 5. 1453, Byzanz/Osmanisches Reich
Sultan Mehmed II. (1451-1481) erobert Konstantinopel und beendet die Geschichte des Byzantinischen Reiches. Der letzte Kaiser des seit 395 existierenden Reiches, Konstantin XII. Dragases (seit 1449), fällt im Kampf. Der Erfolg der Osmanen beruht auf ihrer Artillerie, die 600 kg schwere Kugeln gegen die Stadtmauern schießt.

 

 

Das Römische Reich bezeichnet das von den Römern, der Stadt Rom bzw. dem römischen Staat beherrschte Gebiet zwischen dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr., wobei eine eindeutige Abgrenzung weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich ist.
 
Die Herrschaftsform des Reiches wandelte sich im Laufe der Zeit von der Königsherrschaft zur Republik und schließlich zum Kaisertum. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan im Jahre 116 erstreckte sich das Römische Reich über Territorien auf drei Kontinenten rund um das Mittelmeer: Von Gallien und großen Teilen Britanniens bis zu den Gebieten rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich). Damit beherrschte Rom den gesamten Mittelmeerraum. Das Reich war dabei bis in die Spätantike in Provinzen unterteilt, seitdem die Römer im 3. Jahrhundert vor Chr. begonnen hatten, ihre Macht über Italien hinaus auszuweiten (die erste Provinz war Sizilien). Das eigentliche Rückgrat der Verwaltung bildeten allerdings die Städte des Imperiums, die als halbautonome Bürgergemeinden organisiert waren und insbesondere für die Steuererhebung zuständig waren. Diese Delegation von Aufgaben ermöglichte es den Römern, mit einer sehr kleinen zentralen Administration operieren zu können.
 
Handel, Künste und Kultur erreichten während der Zeit des Römischen Reiches, vor allem in der Kaiserzeit, in Teilen seines Gebietes eine Hochblüte, die damalige Lebensqualität und der entsprechende Bevölkerungsstand sollten in Europa und Nordafrika erst Jahrhunderte später wieder erreicht werden.
 
Das Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In seiner östlichen Hälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen. Der Westen Europas hingegen wurde latinisiert.
 
Latein wurde zur Amtssprache im gesamten Reich (im Osten ergänzt durch das Altgriechische), wenngleich sich auch andere Sprachen halten konnten. Dieses Erbe des Imperium Romanum wirkte lange nach seinem Untergang fort: Über Jahrhunderte war Latein in ganz West- und Mitteleuropa bis in die Zeit des Barock die Sprache der Gebildeten. In der römisch-katholischen Kirche war Latein bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil die Sprache der Heiligen Messe. Noch heute werden in vielen Wissenschaften wie der Biologie, der Medizin und der Rechtswissenschaft lateinische Fachausdrücke verwendet und sogar neu geschaffen. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen „romanischen“ Sprachen Europas: Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, Ladinisch und Rätoromanisch. Zudem finden sich viele lateinische Lehnwörter in den germanischen und den slawischen Sprachen.
Neben den romanischen Sprachen ist vor allem das Rechts- und Staatswesen Europas, insbesondere das Zivilrecht, maßgeblich vom Römischen Recht geprägt. Das Rechtswesen im antiken Rom beinhaltete elementare zivil- und strafrechtliche Verfahrensvorschriften in der Rechtsordnung, die vom Grundsatz her in die modernen Rechtsnormen eingeflossen sind.
 
Das Römische Reich mit seinen vielen unterschiedlichen Völkern, Sprachen und Religionen war Staat, Gesellschaftsform und nicht zuletzt eine universelle Idee vom "imperium sine fine", vom "grenzenlosen Reich".


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